Philosophie

Grundsätze - Ausbildungsinhalte - Ausbilungsstruktur



  • Was kannst du von uns erwarten? Was können wir von dir erwarten?
  • Was unterscheidet Torwarttraining von Torwarttraining?
  • Willst du Training und/oder Ausbildung?
  • Was sind deine Kriterien für gutes Torwarttraining & -ausbildung?
  • Bist du bereit und offen dafür gut ausgebildet zu werden?
  • Erkennst du die Unterschiede und den Mehrwert von gutem Ausbildungstraining?
  • Decken sich deine Ziele und Erwartungen mit den unseren?
  • Passen wir zusammen?


Anspruch und Ziele

  • Wir bieten Ausbildungsqualität auf allen Ebenen des Torwartspiels im Fußball.
  • Wir sehen uns als dein wöchentlicher Partner, der dich nachhaltig bestmöglich im Torwartspiel ausbildet.
  • Wir sind lizenzierte Trainer (oder in Ausbildung), die sich stetig weiterbilden.
  • Wir pflegen einen pädagogisch wertvollen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen.
  • Wir traineren in Gruppen (2-5 TW) nach Jahrgang und/oder Lernstand.
  • Wir trainieren und kopieren keine Übungen. Zu Beginn steht niemals die Übung selbst - diese ist nur Mittel zum Zweck. Im Mittelpunkt stehen zu jeder Zeit die Keeper und dessen individuelles Profil. Wir lernen den TW kennen (Stärken und Schwächen), setzen dort am IST-Stand an. Stärken die Stärken und schwächen die Schwächen. Das geht nur über wöchentliches, regelmäßiges Training und kompetenter Ausbildung über Wochen/Monate/Jahre hinweg.
  • Gute Ausbildung soll zu mehr Kompetenz, Qualität in der Umsetzung und folglich auch zu einer Verbesserung im Verhalten führen. Bist du offen und bereit für Verbesserung, Fortschritt und einer positiven Verhaltensänderung? Bist du offen und bereit für gutes Ausbildungstraining - und auch in dieses zu investieren?


Leitsätze

  • Wir Torwarttrainer fungieren primär als Coach und Beobachter. Die Torhüter:innen trainieren sich aktiv gegenseitig. Nur in ausgewählten Fällen agieren wir selbst als Zuspieler. 
  • Unsere Torhüter:innen bekommen so viele Ballaktionen und Wiederholungen wie möglich. 
  • Wir hinterfragen, reflektieren, beobachten und bilden uns stetig weiter. 
  • Wir sind selbstsicher und mutig, machen Fehler und lernen schnell daraus.
  • Alles was wir tun basiert auf - und folgt - einem klaren "Warum".
  • Wir integrieren alle Bestandteile und Elemente des Torwartspiels.
  • Wir wollen handlungsschnelle Keeper entwickeln: richtige Wahrnehmung - schnelle und richtige Entscheidungen - Qualität, Schnelligkeit und Erfolg in der Ausführung. 
  • Wir bilden keine "Schön-Wetter-Torhüter:innen" aus: Es gibt kein schlechtes/ungünstiges Wetter. Es gibt nur schlechte Vorbereitung und falsche Kleidung. Als Fußballer betreiben wir einen Outdoorsport. Das schafft Gesundheit und Resilienz - nicht anders herum. Wir trainieren immer draußen im Freien - außer es besteht eine akute Gefahr für Leib und Leben (bspw. Gewitter, Glateis). 


Lernziele unterteilt nach U9-U11, U12/U13 und U14-U16

  • Zielverteidigung / Basisfangtechniken / Abdruck
  • Zielverteidigung / 1vsTW (Block-, Reaktionsdistanz, RedZone Verhalten). 
  • Raumverteidigung (hoch, flach, seitlich/zentral, Pässe in die Tiefe)
  • Offensivspiel und Spieleröffnung (TE+TA)
  • Positionsmanagement/Stellungsspiel
  • Wahrnehmung +  Entscheidungsfindung + Ausführung
  • Umsetzung von torwartspezifischen Prinzipien
  • Athletik/Kondition: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination & Kognition
  • Persönlichkeit: Individualität, Kommunikation, Coaching/Organisation


Trainingsaufbau nach WASIC / SÜS

  • Strukturierter, professioneller Aufbau einer Einheit
  • Warm-Up, Analytisch, Situativ, (Integrativ, Cool-Down)
  • Spielen - Üben - Spielen

Fehleranalyse

  • Wir analysieren stetig im Training die Abläufe des Torhüters. Fehler sind wichtig in der Entwicklung und Ausbildung. War es ein Haupt-, Neben- oder Folgefehler? War es ein Wahrnehmungs-, Entscheidungs- oder Technik-/Ausführungsfehler? Wir gehen ständig in einen IST-/SOLL-Abgleich. 
  • Auf dieser Basis gehen wir nun bewusst in unser Coaching und/oder Spiel- und Übungsformen. 

Spielkompetenzmodell

  • Was bringt der technisch best-ausgebildetste Torwart, der  Spielsituationen falsch interpretiert und folglich falsche Entscheidung trifft (Wahrnehmungs- und Entscheidungsfehler)?
  • Was bringt eine richtige Wahrnehmung und Entscheidung, wenn am Ende die Technik/Ausführung nicht stimmt (Ausführungsfehler)?


Wir beachten jederzeit den gesamten, vollständigen Prozess:

  • Wahrnehmung: Scannen, Vororientierung, Informationen aufnehmen und verarbeiten (Kognition)
  • Entscheidung: Positionierung/Anpassung/Stellungsspiel, Taktik- und Technikentscheidung
  • Umsetzung/Ausführung: Umsetzung der Anpassung (Positionsmanagement), Ausführung der gewählten Technik, Kommunikation

Wahrnehmungs- und Entscheidungstraining

  • Wir trainieren und verbessern die Wahrnehmungs- und Entscheidungsfindung. Wir stellen Spielszenen nach oder kreieren Situationen, die in den Spielen vorkommen. Wir trainieren so spielnah wie möglich. So ist für dich "Spiel wie Training" und "Training wie Spiel" und somit der Übertrag ins Spiel für dich einfach. 
  • Gutes Torwarttraining ist also vor allem auch Wahrnehmungs- und Entscheidungstraining und somit die Verbesserung der Handlungsschnelligkeit in Verbindung mit richtigen Entscheidungen. Hierbei schauen wir uns auch implizit die gezeigten Ausführungen, Techniken und das Positionsmanagement an. 

Techniktraining ("Ausführung")

Abgeleitet aus den Aktionen im Spiel bilden wir alle Techniken rund um das Offensivspiel sowie Ziel- und Raumverteidigung aktiv aus. Wir trainieren keine Übungen. Wir trainieren, entwickeln und verbessern Fertigkeiten. Das heißt, wir kennen die technischen und taktischen Coaching- und Knotenpunkte und vermitteln diese in den Einheiten im Detail - auch über methodische Reihen. Wir trainieren beidfüßig und bilden dies konsequent aus. 

Prinzipien 

Wir vermitteln relevante torwartspezifische Prinzipien:

  • Stehen vor Schuss (Stehmoment/"Erster sein")
  • Balance / Vorfuß
  • Auftakt (Art und Timing)
  • Zeitfenster erkennen und nutzen

Coaching, Didaktik und Methodik

  • Wir machen uns Gedanken über unser Coaching und versuchen es bewusst einzusetzen: Wann teilen wir Informationen (Instruktiv) mit dem Torwart? Wann stellen wir Fragen? Wann lenken wir den Fokus auf "intern" oder "extern"? Wann sprechen wir etwas explizit an oder bilden es implizit mit aus? Wann nutzen wir Analogien, Metaphern, Modelllernen, Versuch/Irrtum, angeleitetes Entdecken, Videoanalyse uv.m.? 
  • Sich also bewusst werden über den eigenen Coachingstil, über die individuelle und zielgruppengerechte Ansprache. 
  • Muss ein Trainer alles vorgeben? Oder darf es auch Raum geben zur Selbsterfahrung, Selbstentdeckung und eigener Lösungsfindung? Auch ein "Nicht-Coachen" kann eine bewusste Entscheidung sein um bewusst Raum für eigene Lösungen, Erfahrungssammlung und Kreativität zu schaffen.
  • Gutes Ausbildungstraining ist mehr als nur Übungen zu trainieren oder diese zu kopieren. Die richtige Übungs- und Spielform ("Didaktik: Was? Wozu?) orientiert sich immer am Profil der Torhüter:innen und den entsprechenden Lernzielen. Die richtige Auswahl der Methodik (Wie?) hilft hier - abgeleitet vom Spiel selbst.  
  • Je schneller du unsere Coachingpunkte umsetzt, desto zügiger wirst du dich entwickeln, mit dem Ergebnis, in deinem Torwartspiel noch erfolgreicher zu sein. Unsere Aufgabe ist es, dass du unser Coaching verstehst und umsetzen kannst.

Positive Fehlerkultur und Lernathmosphäre

  • Einen "Fehler" sehen wir als ein Art Feedback. Ein Feedback, das wir positiv ernst nehmen. Uns geht es in erster Linie im Kinder- und Ausbildungsfußball nicht um das Ergebnis (Gegentor - kein Gegentor), sondern um das strukturierte Verhalten des Torwarts und um den nachhaltigen und langfristigen Erfolg des Torwarts durch gute Ausbildung. Die Quote von gehaltenen Bällen und erfolgreichen Aktionen erhöht sich folglich als Endergebnis von guter Ausbildung automatisch. 
  • Trotz Gegentor können viele gewählte Elemente des Torwarts richtig gewesen sein. 
  • Trotz gehaltenem Ball können einige Abläufe nicht stimmig sein, die bei einer hohen Wiederholungszahl zu einer höheren Anzahl von Misserfolgen führen könnte.
  • Wir gehen bewusst in den Dialog mit den Kindern- und Jugendlichen. Stellen Fragen, gehen in den Austausch. An bestimmten Punkten regen wir an zum Reflektieren, an bestimmten Punkten wollen wir aber auch bewusst nicht ins Bewusstsein gehen.